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Logistik

Die Peer-to-Peer-Logistik nimmt Fahrt auf

Unter dem Stichwort „Collaborative Economy“ werden mit Hilfe digitaler und mobiler Technologie immer mehr Lösungen auf den Weg gebracht, die private, nicht ausgelastete Ressourcen in den Wirtschaftskreislauf integrieren. In dieser Hinsicht ist seit einiger Zeit auch die Peer-to-peer-Logistik im Gespräch.

14.12.2016

Die Logistikriesen Amazon und Deutsche Post DHL haben bereits erste Pilotprojekte im P2P-Bereich durchgeführt. Jetzt kommen immer mehr Konzepte auf den Markt. Auf der Plattform Grabr können Reisende ungenutzten Stauraum in ihrem Gepäck mit anliegenden Bestellungen aus ihren Reisezielen in aller Welt matchen. Interessierte Reisende unterbreiten in der Grabr-App ein Angebot, die Auftraggebenden entscheiden, welches Angebot sie annehmen wollen. So können die ungenutzten Kilos im Reisegepäck für die Lieferung von Bangkok nach Bielefeld genutzt werden. Die belgische Post organisiert ihrerseits die Plattform Bringr für P2P-Lieferungen: Die Lieferungen kosten den Kunden zwar etwas mehr als eine Standardlieferung, kommen dafür deutlich schneller an und sind dabei immer noch günstiger als eine konventionelle Expresslieferung. Auch Bringr wird über eine App organisiert. Eine etwas andere Perspektive auf das Thema P2P-Lieferungen auf der letzten Meile zeigt eine Aktion der französischen Retail-Kette Carrefour. Während des 3-tägigen Lauf-Events „La Parisienne“ ließ Carrefour Lieferungen aus dem hauseigenen Online-Shop Ooshop in Paris Marketing-wirksam ausschließlich von Läufern zustellen.

Offene Regulierungsfragen, Haftungsfragen oder die möglicherweise unprofessionell wirkende Zustellung durch Privatleute – die Liste der Einwände gegen P2P-Lieferungen mag lang sein. P2P-Logistikansätze werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit klassische Zustellungen in Zukunft nicht ersetzen. In Nischen, in denen sie konventionellen Logistiklösungen mit Blick auf Kosten, Geschwindigkeit oder Convenience überlegen sind, könnten P2P-Ansätze in Zukunft durchaus fester Bestandteil der Logistiklandschaft werden.

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