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Cybersicherheit und Industrie 4.0

Cybersicherheit wird als Zukunftsthema unterschätzt. Vor allem für den Maschinenbau sind die Risiken der „digitalen Sorglosigkeit“ beachtlich.

Der Industrie 4.0 wird großes wirtschaftliches Potenzial attestiert: Von 30 Milliarden Euro zusätzlicher Wertschöpfung pro Jahr ist die Rede und Produktionssteigerungen von bis zu 20%. Angesichts der erwarteten Digitalisierung der Wirtschaft mit IT-gestützten Produktionsprozessen, vernetzten Produktionsanlagen und intelligenten Produkten wird das Thema Cyber-Security an Relevanz gewinnen.

Bisher wird es als Zukunftsthema allerdings unterschätzt. Warnungen von IT-Sicherheitsexperten finden wenig Gehör, obwohl digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl längst unternehmerische Realität sind: 51% aller Unternehmen sind in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren Opfer solcher Angriffe geworden, zeigt eine aktuelle BitKom-Studie. Zukünftig stellt sich wohl nicht mehr die Frage, ob ein Unternehmen betroffen sein wird, sondern wann. Trotz dieser Zahlen herrscht in vielen Unternehmen das Motto: „Mich wird es schon nicht treffen.“ Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik spricht in diesem Zusammenhang von „digitaler Sorglosigkeit“. Sicherheitslücken können insbesondere an den Schnittstellen von Cross-Industry-Kooperationen entstehen, das zeigten Forscher vor kurzem, indem sie die Bremsen einer Corvette über die Telematik-Box einer Versicherung lahm legten.

Die Risiken für den Maschinenbau sind in Zeiten von Industrie 4.0 beachtlich – Angreifer könnten zum Beispiel digitale Baupläne stehlen oder unbemerkt verändern, Produktionsanlagen aus der Ferne stoppen oder gar Produktionsroboter übernehmen. Selbst kleinste Störungen von hochgradig optimierten Abläufen und Just-in-Time-Produktionen könnten die gesamte Lieferkette und mehrere Unternehmen zugleich aus dem Takt bringen. Zukunftsweisend sind neue Sicherheitskonzepte wie „Security by Design“ und eine ganzheitliche Betrachtung des Themas Industrie- und IT-Sicherheit. Sicherheitsrisiken werden Unternehmen auf dem Weg in die Industrie 4.0 noch lange beschäftigen, können aber bei entsprechenden Antworten entscheidende Wettbewerbsvorteile erzeugen.

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