„DEUTSCHLAND 2030 - ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN DER WERTSCHÖPFUNG“
Im Auftrag und in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Wertschöpfungsorientierte Innovationsstrategien“ des Bundesverbands der Deutschen Industrie erarbeitete Z_punkt die Studie „Deutschland 2030 – Zukunftsperspektiven der Wertschöpfung“. Mit dem Fokus auf der Zukunftsanalyse möglicher Disruptionen und Paradigmenwechsel für die Wertschöpfung, betritt die Studie inhaltlich und methodisch Neuland.
Zentrale Ergebnisse der Studie:
- Um Wertschöpfung zu erhalten, zeigt sich die Notwendigkeit neuer Formen des konstruktiven und kooperativen Zusammenwirkens von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Diese Kooperationen sollten auch in zukunftsfähigen Geschäftsmodellen der Unternehmen ihren Niederschlag finden.
- Klassische Branchengrenzen verschwinden, es entstehen neue, übergreifende Handlungsfelder und Kooperationsformen. Beim Thema Gesundheit beispielsweise geht es um den Einzelnen innerhalb großer Patientengruppen, um seine genetische Ausstattung, sein Verhalten und sein individuelles Lebensumfeld. Die personalisierte Medizin trägt dem Rechnung. In der Forschung setzt sich interdisziplinäres Denken endgültig durch, Branchen stehen sich nicht mehr fremd gegenüber, sondern kooperieren, sofern sie an einem gemeinsamen Geschäftsmodell partizipieren (win-win). Es entstehen maßgeschneiderte Angebotspakete aus Produkten und Services, klassische Sektoren verlieren zunehmend an Bedeutung. In den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Kosmetik zum Beispiel bilden sich neue zielgerichtete Allianzen heraus.
- Die Wertschöpfung im Jahr 2030 verlangt nach einem systemischen und ganzheitlichen Verständnis von Innovation. Beispiel Mobilität: Nicht mehr das Auto als Symbol des Individualverkehrs steht im Mittelpunkt, sondern die Bereitstellung intelligenter und verkehrsträgerübergreifender Mobilität. Entscheidend ist, Qualitätsziele zu definieren: Welche Mobilität wollen wir eigentlich, zu welchem Preis und zu welchen Konditionen? Neue Akteure betreten den Markt: Produzenten von postfossilen Antriebssystemen oder Batterien, Energie- und IT-Anbieter. Städte und Regionen übernehmen mehr Verantwortung und definieren den öffentlichen Verkehr als integralen Bestandteil internationaler Mobilität neu. Vernetzte Informationsdienste machen nahtlose Mobilität über alle Verkehrsträger hinweg erst möglich.
- Die allgegenwärtige Informatisierung wird sich tendenziell in sämtlichen Branchen und Lebensbereichen durchsetzen. Es entsteht ein Internet der Dinge, in dem nicht nur Menschen, sondern auch Objekte selbständig Informationen austauschen. Die Perspektive ist eine autonome und globale Steuerung dezentraler Produktionsprozesse in Echtzeit. Physische und digitale Welt werden verlinkt. Wissensbasierte Systemen helfen, Komplexität zu beherrschen. Die Verschmelzung der Systeme birgt gewaltige Potenziale – aber auch Risiken. IT-Sicherheit wird in der Zukunft eine große Rolle spielen.
- Die Wertschöpfung der kommenden zwei Jahrzehnte schließlich wird von nachhaltigen Lösungen geprägt. Deutschland ist eine rohstoffarme Industrienation. Die Versorgungssicherheit ist und bleibt ein Thema mit hoher Priorität. Ob Energiewende, Steigerung der Ressourceneffizienz oder Kreislaufwirtschaft, eine zukunftsfähige Innovationsstrategie wird vielseitige und unkonventionelle Ansätze berücksichtigen. Dabei liegen im Bereich der nachhaltigen Infrastruktur durchaus Exportchancen. Das gilt für Kraftwerktechnologien, für Speichersysteme im Kontext des Smart Grid und für die Energieeffizienz – Wachstumsmärkte des 21. Jahrhunderts.
- Die künftige Geschäftslogik bedarf einer Neuausrichtung der Stakeholder- und Kundenbeziehungen. Bereits heute haben Kunden-Communities im Internet erheblichen Einfluss. Ihre Stärke liegt in der Offenheit der Kommunikation. Die Positionen im Markt – von Produzenten, Zulieferern, Kunden und NGOs – sind bereits in Bewegung. Unternehmen können dieser Dynamik zum Opfern fallen, sie können sie aber auch zu ihrem Vorteil nutzen. Erfolgreich ist, wer die Fähigkeit besitzt, neue Allianzen zu schmieden. Aber Vorsicht: Prozesse zu steuern wird infolge wachsender Komplexität immer schwieriger. Auch deshalb ist eine emotionale Kunden- und Markenbindung so wichtig. Zukunftsorientierte Produkte und Dienstleistungen, zum Beispiel für die alternde Gesellschaft, erfordern eine Kommunikation, die nicht nur über Branchengrenzen hinausgreift, sondern den Kunden als Innovator einbezieht.
- Der Wandel wird häufig durch neue wissenschaftlich-technische Erkenntnisse ausgelöst. Die Umsetzung im Markt geschieht aber nur unter der Voraussetzung, dass entsprechende Infrastrukturen, Rahmenbedingungen und Geschäftsmodelle vorhanden sind. Chancen und Risiken der Wertschöpfung 2030 machen sich deshalb nicht zuletzt auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Zentrum der Wirtschaft steht der Mensch. Für ihn muss es eine Brücke von der alten in die neue Welt der Beschäftigung geben.
Download der kompletten Studie:
http://bdi.eu/Publikationen_Deutschland-2030.htm
Wenn Sie mehr über strategische Disruptionsanalysen für ihr eigenes Unternehmen erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an
Holger Glockner (Fon +49-221-3555 34 13).