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06.03.2014

Wirtschaft am Vorabend der nächsten digitalen Revolution: Studie analysiert Business-Chancen

Das Internet verlässt den Datenraum. Virtuelle Realität und reale Welt verschmelzen zu einer neuen Wirklichkeit – mit enormen Auswirkungen und Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Das ist das Fazit einer aktuellen Studie von Z_punkt, dem international tätigen Beratungsunternehmen für strategische Zukunftsfragen. Die Untersuchung „Connected Reality 2025 – Die nächste Welle der digitalen Transformation“ soll Unternehmen bei der frühzeitigen Ausrichtung ihres Geschäfts auf Zukunftsmärkte unterstützen.

Das Wettrennen um die Gestaltungsmacht auf dem Weg zur Connected Reality hat längst begonnen, und die Claims auf den Märkten werden schon jetzt abgesteckt.Andreas Neef | Managing Partner

Die Studie "Connected Reality 2025" gibt einen Ausblick auf die nächste Stufe der digitalen Transformation.

„Das Wettrennen um die Gestaltungsmacht auf dem Weg zur Connected Reality hat längst begonnen, und die Claims auf den Märkten werden schon jetzt abgesteckt“, sagt Andreas Neef, geschäftsführender Gesellschafter bei Z_punkt und einer der beiden Leiter der Studie. Im Internet der Zukunft seien Menschen mit Menschen verbunden, Dinge und Maschinen mit anderen Dingen und Maschinen, Menschen mit Dingen und Maschinen und umgekehrt. So entstehe ein „Internet of Everything“.

Ein Beispiel von vielen: Die Gabel der US-Firma Hapilabs, die uns die Muße beim Essen zurückbringen soll. Sensorgesteuert erinnert sie uns, nicht zu schlingen, wenn zwischen zwei Bissen weniger als zehn Sekunden liegen. Bei Bedarf kann sie Diagnosedaten zu unserem Essverhalten an den Arzt senden.

Neue Stufe des Wettbewerbs

Laut der Studie werden Unternehmen unter diesen Bedingungen der Hypervernetzung ihre Wertschöpfung immer stärker in Netzwerken erbringen. Die Bedeutung des einzelnen Unternehmens schwindet zugunsten von „Business-Ökosystemen", einstige Konkurrenten arbeiten zusammen. Etwa in der Mobilität, wenn für Zugreisende das passende Auto schon am Zielbahnhof wartet und der Parkplatz in Paris bereits vorgebucht ist.

Zugleich wird der Hersteller mehr und mehr zum Dienstleister, der dem Kunden hilft, die Erfüllung seiner Bedürfnisse zu optimieren. Die Hypervernetzung erlaubt ein Feedback in Echtzeit, wann und wie der Kunde sein Produkt nutzt. Sie ermöglicht noch mehr: Versandhändler werden zukünftig Produkte auf den begründeten Verdacht hin versenden, dass der Kunde die Ware gerade heute benötigt. Wenn der Verbraucher das Gefühl hat, dass sein Anbieter mitdenkt und vorausschauend nützliche Lösungen anbietet, wird er ihm auch den Zugang zu den dafür nötigen persönlichen Daten gewähren.

Echtzeit-Ökonomie

Auch da, wo Anbieter nicht proaktiv agieren, erwarten die Kunden immer individuellere Produkte, die immer schneller geliefert werden. Die Studie „Connected Reality 2025“ prognostiziert eine Echtzeit-Ökonomie, die Lean Production, vernetzte Logistik und kundenindividuelle Massenproduktion zu einem höchst flexiblen und schnell verfügbaren Warenangebot verknüpft. So zündet der Online-Versandhandel nach der Übernacht-Lieferung die nächste Stufe: Lieferung am gleichen Tag, in Großstädten innerhalb von 90 Minuten.

Die Zustellung mittels Drohnen ist in Deutschland bereits im Versuchsstadium. In Sydney wird die Lehrbücher-Ausleihe längst durch solche Fluggeräte der  australischen Firma Zookal vereinfacht – anstelle der mitunter tagelangen Lieferung auf dem Landweg.  

Auch in der klassischen Industrie sind die Weichen auf eine konsequente Digitalisierung gestellt. Was einst mit computergesteuerten Maschinen begann, verdichte sich zur digitalen Produktion, lautet eine weitere Aussage der Studie. In der smarten Fabrik interagieren Ausgangsmaterialien mit Fertigungsstraßen, Produkte steuern ihre Herstellung selbst. Später kommunizieren sie mit ihrer Umwelt und mit dem Verbraucher, etwa wenn sie ihm einen detaillierten Herstellungsnachweis einschließlich Umweltbilanz liefern.

Diese Prognosen sind Beispiele dafür, was gemäß der Studie „Connected Reality 2025“  bereits innerhalb der nächsten zehn Jahre kommen kann. Auf rund 70 Seiten analysiert die Untersuchung technologische wie gesellschaftliche Treiber dieser Trends, unterzieht sie einem Reality Check, skizziert die Auswirkungen und Chancen für Wirtschaft und Unternehmen und verdeutlicht ihre Aussagen anschaulich in einem Szenario für das Jahr 2025.