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17.09.2015

Connected Mobility: White Paper untersucht die Herausforderungen für die Automobilbranche

Connected Mobility gilt als hoffnungsvoller Zukunftsmarkt mit einem Wachstumspotenzial von bis zu 45 Prozent in den kommenden fünf Jahren. Das White Paper von Z_punkt analysiert die Potenziale der vernetzten Mobilität und die Voraussetzungen, unter denen die neuen Technologien überhaupt effektiv eingesetzt werden können.

Fahrzeuge verschiedener Hersteller haben Schwierigkeiten, miteinander zu kommunizieren. So kann der maximale Vernetzungsgrad nicht erreicht werden. Dr. Maria Schnurr, Mobilitätsexpertin bei Z_punkt

Zukunftsmarkt Connected Mobility: Wie die Automobilbranche aus den Pannen bei der Elektromobilität lernen kann.

Car2Car-Lösungen, die Fahrzeuge miteinander sprechen lassen, zeigen schon dann staureduzierende Wirkung, wenn nur 15 Prozent aller Fahrzeuge damit ausgestattet sind. Das gilt jedoch nur für die Langstrecken und Autobahnen. Wenn sich der Verkehr in Städten und an Verkehrsknoten verdichtet, bedarf es der zusätzlichen Vernetzung und Aufrüstung von Infrastrukturen. Flächendeckend aufzurüsten scheint langfristig allerdings weder sinnvoll noch notwendig, denn je mehr sich die vernetzte Technologie in die Fahrzeuge verlagert, desto mehr könnte sich der Bedarf an intelligenten Infrastrukturen verringern. Der großflächigen Verbreitung von vernetzten Technologien in Fahrzeugen stehen derzeit noch zahlreiche Hürden im Weg: Die Automobilbranche steht angesichts von Sicherheitslücken, mangelnder Standardisierung und geringer Aufpreis-Bereitschaft der Käufer noch vor großen Herausforderungen.

Aus den Erfahrungen mit der Elektromobilität lernen

Dabei könnte sie aus den Erfahrungen mit der Elektromobilität lernen: Weil Auto- und Batteriehersteller sich nie mit dem Gesetzgeber auf einen einheitlichen Standard für Batterieformate einigen konnten, wurde der großflächige Ausbau von Batteriewechselstationen nie begonnen. Dieses Mal sollte es besser laufen: „Fahrzeuge verschiedener Hersteller haben Schwierigkeiten, miteinander zu kommunizieren, da es bisher nur für wenige Anwendungen standardisierte Kommunikationsprotokolle gibt. So kann der maximale Vernetzungsgrad nicht erreicht werden. Das wäre vermeidbar, wenn Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen“, sagt Dr. Maria Schnurr, Mobilitätsexpertin bei Z_punkt und Autorin des White Papers.

Die Kunden von den Vorteilen vernetzter Mobilität zu überzeugen, kann in Zukunft gelingen, wenn ihnen die Möglichkeit zum Experimentieren gegeben wird. In Real-Laboren sollten die neuen Technologien mit einer Vielfalt an Verkehrsteilnehmern gemeinsam weiterentwickelt werden.

Connected Mobility braucht einen langfristigen Blick in die Zukunft

Bis die intelligenten Fahrzeuge dann schließlich von selbst zu ihrem Fahrer steuern können, sind noch viele Fragen zu klären – autonomes Fahren ist derzeit zumindest in den verwinkelten europäischen Städten mit ihren vielen Fußgängern und Fahrradfahrern mittelfristig schwer denkbar.

Die nahe Zukunft ist für viele Akteure noch gut zu überblicken. Je nach Zeithorizont ergeben sich bei Connected Mobility jedoch unterschiedliche Chancen und Herausforderungen: Wenn es um Infrastrukturen und Verkehrsströme geht, genügt der Blick auf die nächsten fünf Jahre nicht, dann sind langfristige Perspektiven – zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre – notwendig, so eine Aussage des White Papers.

„Die damit einhergehende Unsicherheit kann durch die Entwicklung von alternativen Szenarien aufgefangen werden. Das Instrumentarium von Corporate Foresight setzt da an, wo herkömmliche Prognose- und Planungsinstrumente Lücken aufweisen – bei komplexen, unsicherheitsbelasteten Themen“, so Schnurr. So stellt das White Paper an den Schluss der Analyse eine Auswahl an Methoden, mit denen die Automobilbranche der Zukunft der vernetzten Mobilität begegnen kann.