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Ernährung

Wie Strom in Nahrungsmittel umgewandelt wird

Nahrung ist ein menschliches Grundbedürfnis. Die Herausforderungen für die Nahrungsmittelsicherheit nehmen jedoch zu. Einerseits steigt die Nachfrage – die Weltbevölkerung wächst, der Fleischverzehr steigt. Andererseits führen sich verändernde Wettermuster im Zuge des Klimawandels zu neuen Belastungen für die Landwirtschaft und tendenziell sinkenden Erträgen in Gebieten, die vermehrt unter Trockenheit oder extremen Wetterereignissen zu leiden haben.

11.09.2017

Den Zugang der Menschen zu Nahrungsmitteln in ausreichender Menge sicherzustellen gehört damit zu den wichtigsten Zukunftsthemen. Gesucht wird nach Lösungen, die die Nahrungsmittelproduktion unabhängiger von widrigen Umgebungsbedingungen machen. Angesichts der Ressourcenintensität der industriellen Fleischproduktion stehen außerdem alternative Proteinquellen im Fokus, wie zum Beispiel die Kultivierung essbarer Insekten und Würmer. Finnische Wissenschaftler haben nun einen Prozess entwickelt, der diese beiden Themen kombiniert: In einem Reaktor wird eine spezielle Bakterienkultur unter Verwendung von Kohlendioxid und Elektrizität als weiteren Inputfaktoren gezüchtet. Auf diese Weise wird die Nahrungsmittelproduktion unabhängiger von Umgebungsfaktoren wie der Qualität des Bodens, Wetterbedingungen, usw. Gleichzeitig kann die Produktion theoretisch an jedem Ort erfolgen, an dem die Inputfaktoren zur Verfügung stehen – bevorzugt natürlich erneuerbare Energien zur Stromerzeugung. Mit der derzeit verwendeten Mikrobenkultur besteht die geerntete organische Masse zu 50% aus Protein und zu 25% aus Kohlenhydraten. Sowohl die Verwendung in der Nahrungsmittelproduktion für Menschen als auch in Tierfutter ist grundsätzlich möglich. Die Entwicklung des Prozesses steht jedoch noch am Anfang, eine weitere Optimierung und Skalierung ist notwendig, bevor an einen wirtschaftlichen Einsatz gedacht werden kann.

Die Entwicklung dieses vielversprechenden Ansatzes zeigt, welchen wesentlichen Anteil innovative Ideen für die Lösung zentraler menschlicher Herausforderungen spielen. Dennoch ist noch unklar, wie zentral die Rolle alternativer Proteinquellen für die zukünftige Nahrungsmittelversorgung sein wird. Neben einer erfolgreichen Weiterentwicklung des Prozesses wird auch die Akzeptanz durch die Verbraucher entscheidend sein.

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