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Was Samsungs „Akkugate“ mit der Circular Economy zu tun hat

„Achtung, Achtung, eine wichtige Fluginformation: Besitzern eines Samsung Galaxy Note 7 ist es untersagt das Gerät mit an Bord zu nehmen.“ Vielleicht haben Sie diese Warnung so oder ähnlich in den letzten Monaten gehört und den Kopf geschüttelt. Interessant wird es, wenn man hinter die Kulissen dieses Imageschadens blickt.

14.12.2016

Mitte des Jahres stellte Samsung sein neuestes Mobiltelefon vor. Keine zwei Monate später startete die bislang größte Rückrufaktion der Unternehmensgeschichte. Mehr als drei Million Endgeräte wurden zurückgeordert. Der Grund: Explosionsgefahr aufgrund defekter Akkus. Ein interessierter Leser fragt sich nun, was passiert mit den Geräten? Ein Akku lässt sich doch austauschen. Die Strategie des koreanischen Herstellers ist eine andere. Anfang des Jahres werden alle zurückgerufenen Smartphones vernichtet. Geschätzter wirtschaftlicher Schaden der Aktion: 1,5 Milliarden Euro (Imageverlust und mögliche Schadenersatzforderungen noch nicht inbegriffen).

Moderne Mobiltelefone sind kaum reparierbar. Kleber haben Schrauben ersetzt. Platinen werden gefaltet. Auch wenn es sich um so einfache Eingriffe wie einen Akkutausch handelt, scheitert die Reparatur an der Komplexität des Designs. Ein Smartphone ist nicht nur kleinteilig, es enthält auch durchschnittlich mehr als 70 verschiedene chemische Elemente, also annähernd zwei Drittel des Periodensystems. In Zeiten knapper Ressourcen und steigender Preise für Technologiemetalle sollte es doch bessere Lösungsansätze geben, als defekte Geräte gleich zu vernichten?    

Einen neuen Weg geht Apple nun mit seinem eigens für das Recycling von iPhones entwickelten Roboter Liam. Der neue Mitarbeiter hat 29 Arme, zerlegt ein Smartphone in elf Sekunden in seine Einzelteile und sortiert alle Bauteile in dafür vorgesehene Behälter. Alleine der Wert des zurückgewonnenen Goldes beläuft sich dieses Jahr auf fast 40 Millionen Euro. Jährlich will Apple nun 2,5 Millionen alte iPhones zurückbauen. Ein einträgliches Geschäft, wenn man nicht nur vom Rohstoffverkauf profitiert, sondern auch sicherstellt, dass alte Smartphones vom Markt verschwinden, um die neuen Modelle nicht zu kannibalisieren.

Zukünftig ließe sich auch einen Schritt weiterdenken. Der größte Kostenblock von Elektronikkonzernen ist und bleibt der Einkauf von Rohstoffen und die Produktion. Würden Unternehmen wie Apple und Samsung ihr Produktdesign im Sinne einer Circular Economy verstehen, würden sie Smartphones so konstruieren, dass man zumindest einen Teil der Bauteile und Komponenten wieder in neuen Produktlinien verwenden kann. Dies würde nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Umwelt entlasten (77% des CO2 Fußabdrucks von Apple wird der Produktion zugerechnet). Ein möglicher Ansatz für die Zukunft zeigt der diesjährige Preisträger des Deutschen Umweltpreises Fairphone. Das niederländische Unternehmen baut modulare Smartphones und verkauft oder verleiht neue Komponenten statt ganzer Geräte.

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Christian Rudolph ist Ihr Ansprechpartner für die Zukunftspotenziale der Circular Economy.

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