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Mobilität

3D-Druck erobert die Lüfte

Die 3D-Druck Technologie erhält derzeit Rückenwind in der Luftfahrt – etwa durch eine Kooperation zwischen den Unternehmen Norsk-Titanum und Alcoa. Auch Airbus will zunehmend Bauteile für seine Flugzeuge selbst drucken. Unwahrscheinlich, dass die Technologie vor anderen Industrien und Unternehmen im produzierenden Gewerbe Halt macht.

11.11.2015

Norsk-Titanium, der norwegische 3D-Druck Experte in der Luftfahrt, will zukünftig mit Alcoa, dem drittgrößten Aluminiumproduzenten, kooperieren. Anfang Oktober wurde bereits eine 125 Million Dollar schwere öffentlich-private Partnerschaft zwischen dem Staat New York und Norsk Titanium bekannt gegeben. Das Ziel: Die Inbetriebnahme der weltweit ersten industriellen 3D-Druck Fabrik bis Ende 2016.

Auch der Flugzeughersteller Airbus hat angekündigt, dass er bis zu 10% der Bauteile, die er bisher von Zulieferern bezogen hat, künftig selbst herstellen will – mittels eines 3D Druckers am Werk in Bremen. Diese Direktive hat Konzernchef Tom Enders ausgegeben. Der Zeitplan sieht vor, dass ab 2016 Bauteile aus Titan, ab Mitte 2016 aus Edelstahl und ab 2017 auch aus Aluminium in Serie hergestellt werden. Das Thema ist dabei nicht neu für das Unternehmen. Im aktuellen A400M steckt bereits ein 3D-gedruckter Krümmer. Zukünftig sollen vor allem komplexe Bauteile bis zu einer Länge von 2 Metern, wie die Halterung für Hydraulikbehälter, selber gedruckt werden.



Bisher dürften die meisten produzierenden Unternehmen das Thema 3D-Druck wohl mit einer Mischung aus Neugier und grundsätzlichem Interesse beobachtet haben. Zu unklar und unsicher schien doch den meisten die Vorstellung, dass die Technologie bereits in den kommenden Jahren ihre Geschäftsaktivitäten unmittelbar beeinflussen würde.

Wenn nun Airbus das Leben seiner Passagiere über den Wolken dem 3D-Drucker anvertraut, scheint es unwahrscheinlich, dass andere Industrien von der Entwicklung ausgespart bleiben. Auch wenn die heutigen Geräte für die Massenfertigung von Standardbauteilen noch zu teuer sind, rentieren sie sich immer mehr für die Fertigung von Einzelanfertigungen, Kleinserien oder Sonderwerkzeugen. Auch die Auswirkungen auf die Logistik werden zunehmend erkennbar. Wenn Unternehmen sich künftig ihre Produkte vor Ort ausdrucken, dreht das die Globalisierung zurück. Transportiert werden lediglich noch die Grundstoffe.

Andererseits gilt auch hier: Die Karten werden neu gemischt. Es ist gut vorstellbar, dass OEMs, Original Equipment Manufacturer, zukünftig stärker zu OEDs, also Original Equipment Designer, werden und die Produktion wieder ihren Zulieferern überlassen. So oder so steht fest: 3D-Druck führt zu Umbrüchen in der Wertschöpfungslogik der Zukunft. Und die nächste Stufe, der 4D-Druck von intelligenten Materialien, steht bereits in den Startlöchern, um die Landschaft der additiven Fertigung erneut zu verändern.

Bildquelle: Airbus (A350 XWB bracket produced with 3D printing)

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Daniel Bonin ist Ihr Ansprechpartner für Zukunftsthemen im Sektor Industrie und Maschinenbau.

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