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Handel & Logistik

Schuhproduktion in der Fußgängerzone

Egal ob Knick-, Platt- oder Senkfuß: In Adidas-Stores könnte der Kunde schon bald seinen ganz individuell angefertigten Sportschuh kaufen. Ist die Fertigung in den Fußgängerzonen realistisch?

21.09.2015

Mein Traum-Sportschuh wird direkt im Laden (aus)gedruckt? Das hört sich immer noch nach Zukunftsmusik an – auch wenn das Thema 3D-Druck mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist – bisher aber eher in Verbindung mit der Fertigung von Flugzeugteilen, Produkt-Modellen oder Zahnimplantaten. Adidas will nun die additive Fertigung in seine Filialen bringen: Der Kunde soll dabei aber nicht (nur) über Designelemente, Farben und Verzierungen entscheiden. Der Schuh wird an den Fuß des Kunden angepasst und vor Ort hergestellt. Für Adidas liegen die Vorteile auf der Hand: Der Sportartikelhersteller kann schneller auf modische Trends reagieren, denn bei der Produktion in Asien dauert bisher allein der Transport des Endprodukts viele Wochen.

Bereits heute stellt Adidas Prototypen mit Mehrmaterialien in 3D-Druckern her. Wo früher 16 Mitarbeiter Handarbeit für Prototypen leisteten, benötigt es heute nur zwei. Die Modelle verfügen über Optik und Haptik des Endprodukts und erfordern kein zusätzliches Finishing. Auch Traktionstests werden bereits in einem frühen Stadium des Entwicklungs- und Designverfahrens durchgeführt. Neue Modelle können so in wenigen Tagen analysiert und bewertet werden, zuvor brauchte dieser Prozess bis zu anderthalb Monate. Das Beispiel Adidas zeigt: Additive Fertigungsprozesse machen rasante Fortschritte.

Heute das Rapid-Prototyping für die Herstellung von Modellen, morgen dann die Fertigung vor Ort. Realistisch? Definitiv! Auch wenn es vielleicht noch etwas länger als die von Adidas geplanten 2 Jahre dauern mag. Der 3D-Druck bringt gewohnte Muster durcheinander, stellt gar die heutige Arbeitsteilung in der globalen Wirtschaft in Frage. In Zukunft könnten Produkte, die heute ganz selbstverständlich in Asien gefertigt werden, in der Region ihres Einsatzes produziert werden – jedoch hoch automatisiert mit deutlich geringerem Anteil menschlicher Arbeit.

Dies wird die nachgefragten Kompetenzen verändern und die Arbeitswelt massiv beeinflussen. Wenn künftig verstärkt in den Einkaufsmeilen unserer Städte produziert wird, dann werden sich auch Materialflüsse verändern. Last but not least: Designentwürfe werden komplexer, elektrische Komponenten können auf neue Weise integriert werden – das erhöht die Anforderungen an das Design-for-Recycling.

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Ihr Ansprechpartner für 3D-Druck und Zukunftsthemen im Sektor Handel & Konsumgüter ist Kai Jannek.

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