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Energie

Entwickelt sich Kalk zum Energiespeicher der Zukunft?

Leistungsfähige, günstige Energiespeicher sind zentral für das Gelingen der Energiewende. Mit gelöschtem Kalk tut sich nun eine neue Speicheroption auf, die einige vielversprechende Eigenschaften bietet.

05.04.2016

Man stelle sich vor, Energiespeicher ließen sich quasi aus dem Kalkstein schnitzen. Anstatt in Batterien könnten Besitzer von PV-Dachanlagen ihren selbsterzeugten Strom dann in Form von chemischer Energie in kleinen Kalkspeichern im Keller einlagern und so Kosten sparen. 

Forscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben nun eine Anlage vorgestellt, die im Grunde genau das ermöglicht und sich dabei ein längst bekanntes Prinzip zunutze macht: Aus Kalkstein gewonnener gelöschter Kalk (Calciumhydroxid) kann durch Erhitzung „gebrannt“ werden, es entsteht Branntkalk oder Calciumoxid. Darin ist die zugeführte Energie in chemischer Form gespeichert und kann theoretisch unbegrenzt gespeichert werden – solange der Branntkalk nicht mit Wasser in Berührung kommt. Denn mit dem reagiert er unter starker Wärmeentwicklung, die gespeicherte Energie wird also abgegeben und kann genutzt werden, es entsteht wieder Calciumhydroxid. Eine neue Versuchsanlage in Köln nutzt die beiden Reaktionen nun in kontrollierter Form zur Energiespeicherung.

Der Ansatz hat zwei große Vorteile: Billiger Kalk als Speichermedium verspricht geringe Kosten und damit eine große Ersparnis gegenüber den relativ teuren Flüssigsalzspeichern, die derzeit solarthermischen Kraftwerken die Grundlastfähigkeit bescheren. Und anders als klassische Wärmespeicher, die trotz Isolation früher oder später auskühlen, könnte ein Kalkspeicher Wärmeenergie sogar saisonal speichern.

Doch wie so oft gibt es einen Haken: Das Speichermedium ist pulverförmig, sein Handling damit ein Albtraum für Maschinenbauer. Es könnte also doch noch eine Weile dauern, bis die Technologie in großem Stil genutzt werden kann.

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Andreas Schaich ist Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Zukunft der Energie.

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