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Chemie

Chemische Marker schützen vor Produktpiraterie

Chemische Marker identifizieren die Herkunft von industriellen Produkten zweifelsfrei und sind ein probates Mittel gegen Produktpiraterie. Sie entwickeln sich zur unsichtbaren Schlüsseltechnologie.

05.04.2016

Deutsche Ingenieurskunst setzt weltweit Maßstäbe in Sachen Qualität und Funktionalität. Aber auch Produktpiraten setzen auf modernste Technologien. Längst werden komplette Maschinen, Bauteile und Ersatzteile kopiert – ganz ohne jahrzehntelange Entwicklungsarbeit. Deutsche Maschinenbauer kosten Plagiate jedes Jahr rund acht Milliarden Euro. Zudem bedroht die Produktpiraterie die Gesundheit von Verbrauchern – etwa wenn es um Lebensmittel oder Medikamente geht. Was erscheint da sicherer, als die untrennbare Fusion von Identifikationsmerkmalen und Produktrohstoffen?

Genau dazu dienen chemische Marker. Es gibt sie in drei Spielarten: 

  • Anreicherung chemischer Substanzen im Produkt
  • Identifikation durch fluoreszierende Stoffe 
  • Anordnung chemischer Elemente in Form von Binärkodierungen

Aktuelle Praxisbeispiele gibt es viele. Bayer finanziert die Erprobung eines chemischen Markers in Tablettenhülsen. Chinesischen Forschern ist es jüngst gelungen, mit dem Handy identifizierbare, polymerbasierte QR-Codes auf Tabletten zu platzieren. Chemcubed entwickelt chemische Marker für 3D-Drucker und erlaubt somit den Schutz geistigen Eigentums in einer Gesellschaft in der die Produktion demokratisiert wird. Marker-Technologien werden in immer kleineren und sensibleren Produkten auf individueller Ebene eingesetzt und können inzwischen mehrere Megabyes an Informationen speichern. Produkte werden so eindeutig identifizierbar und lassen sich sogar Endnutzern zuordnen, was auch dem Diebstahlschutz dient.

Zukünftig könnten chemische Marker zu einer der Schlüsseltechnologien bei der Einhaltung von Blockchain-Verträgen werden oder der Überwachung von Produktstandards werden. Durch einen elektrischen Impuls verformt sich ein Material, so dass seine Funktion eingeschränkt wird. So verlieren Konsumgüter ihren Nutzen oder der Produktionsablauf kommt zum Erliegen, sobald ein Fertigungsteil, das nicht eindeutig identifizierbar ist, in den Produktionskreislauf gelangt. Produktfälschungen werden dann schon in der Fertigung verhindert und eine Kontaminierung wird jederzeit nachvollziehbar. 

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