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Gesundheit

Neue Diagnosemethoden: Kaugummis für den Schnelltest?

Die richtige Diagnose ist die entscheidende Voraussetzung für die Wahl einer effektiven Behandlungsmethode. Die Zahl der verfügbaren Diagnosemethoden steigt, dennoch bleiben häufig Barrieren bestehen: Bildgebende Verfahren wie MRT und CT sind effektiv, aber auch kostenintensiv und mit Belastungen für die Patienten verbunden. Andere Diagnosemethoden, wie z.B. die Entwicklung von Bakterienkulturen, sind wiederum zeitintensiv. Hinzu kommen invasive Methoden wie Biopsien. Die Suche nach unkomplizierten, nicht-invasiven und gleichzeitig kostengünstigen Diagnosemethoden hält weiter an.

11.09.2017

Eine Möglichkeit haben dieses Jahr zwei Forscherteams unabhängig voneinander in der Verwendung von Kaugummis als Testmittel gewählt. Eine Gruppe von Forschern in Deutschland haben einen Test auf eine gefährliche Bakterieninfektion im Mundraum, die insbesondere für Patienten mit Zahnimplantaten bedrohlich sein kann, in einem Kaugummi umgesetzt. Dessen Geschmack wird nach einigen Minuten des Kauens bitter, wenn die Infektion festgestellt wird. Eine Biotech-Firma aus den USA forscht hingegen an einem Kaugummi, mit dessen Hilfe eine Krebserkrankung festgestellt werden kann. Der Kaugummi reagiert jedoch nicht durch Geschmack, sondern wird nach dem Kauen auf bestimmte volatile organische Verbindungen untersucht, die in der Atemluft vorhanden sind und sich während des Kauens im Kaugummi anreichern. Da sich Krebserkrankungen jeweils spezifische volatile organische Verbindungen zuordnen lassen, könnte diese Form des Testens eine Blut-, Urin- oder sogar Gewebeprobe ersetzen. Der Test wird somit für Patienten angenehmer.

Die Arbeit der Forscher steht stellvertretend für neue innovative Ansätze in der Diagnose, die unkomplizierter und für Patienten mit geringeren Belastungen verbunden sind. Die beiden vorgestellten Beispiele befinden sich allerdings noch in der Entwicklung, so dass sich noch nicht sagen lässt, wann die „Kaugummi-Methode“ die Marktreife erreichen wird.

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