Menu
Energie

Mini-Brennstoffzelle: Zukunftsweisende Technologie oder Wegwerfmodell?

Eine kleine Brennstoffzelle soll Smartphone-Nutzern bis zu einer Woche mehr Gerätelaufzeit liefern. Die Entwicklung könnte nicht nur mehr Komfort, sondern auch Fortschritte in der Digitalisierung von Entwicklungsländern erzeugen.

21.09.2015

Wie war das früher schön, als das Handy nur einmal die Woche geladen werden musste... Einen Schritt „zurück in die Zukunft“ macht nun eine Entwicklung aus Großbritannien: Das Unternehmen Intelligent Energy hat eine Brennstoffzelle entwickelt, die bis zu einer Woche mehr Gerätelaufzeit liefert. Sie findet Platz in gängigen iPhones und lässt nebenbei sogar noch Raum für herkömmliche Akkus. Das Futter für die Brennstoffzelle kommt aus kleinen Wegwerfkartuschen, die mit einem speziellen Wasserstoff-Chemikalien-Cocktail in Pulverform befüllt sind.

Dabei geht es um mehr als nur um die Steigerung des Komforts. Dieses Konzept könnte der digitalen Transformation weiteren Auftrieb geben und den Cyberspace in die Offline-Welt ausbreiten: Immer mehr Alltagsgegenstände können durch die Energie aus Mini-Brennstoffzellen auf lokaler Ebene vernetzt und mit intelligenten Schnittstellen versehen werden – und das theoretisch an jedem Ort auf der Welt und unabhängig von der Anbindung an das Stromnetz. Die Brennstoffzellen könnten so zum Motor für Fortschritte in der Digitalisierung von Entwicklungsländern werden: Gerade in ländlichen Gebieten, wo Unterversorgung und Stromausfälle auf der Tagesordnung stehen, würde die Digitalisierung so vorangetrieben und Bildung sowie medizinische Versorgung verbessert werden.

Auch der Funktionsumfang und die Leistungsfähigkeit von Gadgets wie Smartwatches oder Datenbrillen könnten deutlich erweitert werden. Das eine oder andere Feature, das bisher eher Smartphones oder Tablets vorbethalten ist, wird dann zumindest nicht mehr an der Akkulaufzeit scheitern müssen.

Bei all dem Zukunftspotenzial, das die Mini-Brennstoffzellen bieten: Ein weiteres Austausch- und Wegwerfmodell ist in Zeiten von Ressourcenverknappung und Umweltverschmutzung nicht zeitgemäß. So sind denn auch noch einige Fragen zu beantworten – etwa ob der Wasserstoff bei einem Rollout aus regenerativen Quellen stammt oder wie mit den Kartuschen umgegangen wird. Hier gilt es, intelligente Lösungen zu finden. Denkbar sind Nachfüllkartuschen mit entsprechenden Pfand- und Rückgabesystemen. Dann liegt es noch am Nutzer, ob er im Tausch für mehr Energiesicherheit bereit ist, sich auf ein neues System einzulassen, das ihm eine gewisse Disziplin abverlangt.

Weitere News

CHINA

Innovation braucht Freiheit des Denkens

Gefährdet China den eigenen Aufstieg zur Wissensnation?

23.04.2018
Weiter lesen
Science-Fiction-Kolumne

Paradoxien der Künstlichen Intelligenz

Ein Schachturnier der Zukunft und die Angst vor der Künstlichen Intelligenz.

23.04.2018
Weiter lesen
Finanzen

Fake News als Treiber des Kryptowährungsbooms?

Bitcoin als Spielball von Fake-News-Fabrikanten.

23.01.2018
Weiter lesen
Energie

Offshore Wind – von der Hoffnung zum Hype

Offshore-Wind tritt in die Post-Subventions-Phase ein. 

23.01.2018
Weiter lesen
Landwirtschaft

Food Computer für die urbane Landwirtschaft

Auf dem Weg zur smarten urbanen Mikro-Farm.

23.01.2018
Weiter lesen

Ihr Ansprechpartner für Zukunftsthemen im Sektor IT ist Sivert von Saldern.

Sivert von Saldern kontaktieren

Newsletter

News von Z_punkt regelmäßig in Ihrem Postfach. Jetzt abonnieren.

Ok