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Finanzen

Großbanken arbeiten an eigener Kryptowährung

An der neuen Verschlüsselungstechnologie Blockchain führt derzeit in der Finanzindustrie kein Weg vorbei. Die Schweizer Großbank UBS und die Deutsche Bank entwickeln nun sogar gemeinsam eine neue Cyberwährung, die Utility Settlement Coins (USC), welche die Transaktionen zwischen Finanzhäusern vereinfachen soll. Mit an Bord sind auch das spanische Institut Santander, die US-Bank BNY Mellon und der Broker ICAP. Das konzertierte Engagement der Schwergewichte und der Open-Innovation-Ansatz zeigen, wie wichtig dieses Zukunftsthema für die Finanzbranche ist.

16.09.2016

Mit Kryptowährungen verbindet die Öffentlichkeit zumeist noch Bitcoin. Das Image der „digitalen Münzen“ hatte allerdings nach einigen Negativschlagzeilen rund um Betrug, Waffengeschäften und hohen Kursschwankungen zuletzt sehr gelitten. Für die Großbanken aber offensichtlich kein Grund, Pläne für Blockchain-basierte Digitalwährungen grundsätzlich auf Eis zu legen. Denn die neue Technologie verspricht hohe Effizienzgewinne und Profite: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman belaufen sich die Kosten der Finanzinstitute für die Verbuchung von Wertpapiergeschäften (Clearing and Settlement) noch immer auf zwischen 65 und 80 Milliarden Dollar pro Jahr. 

Mit USC könnten Aktien- und Anleihengeschäfte zukünftig direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt werden – und das beinahe in Echtzeit und für die Institute auch günstiger als bislang. Noch gelten je nach Wertpapier Fristen von ein bis drei Tagen, in denen die Transaktionen vollständig abgeschlossen werden - also die Wertpapiere übertragen sind und Geld dafür geflossen ist. Diese Zeit soll sich durch die neue Technologie drastisch verkürzen, indem digitale Währungen gegenüber Notenbanken direkt in Cash umgewandelt werden können. Auch andere Platzhirschen arbeiten der Finanzpresse zufolge an entsprechenden Ideen. Die Citigroup entwickelt den „Citicoin“, und von der Investmentbank „Goldman Sachs“ heißt es, sie habe sich das Patent für den „SETLcoin“ gesichert. Auch JP Morgan treibt wohl ein ähnliches Projekt voran. 

Neben der Aussicht auf neue Erlösquellen treibt die Banken vermutlich auch die Angst um, dem disruptiven Potential der Blockchain selbst zum Opfer zu fallen. Denn auch die Banken als klassische Intermediäre einer Finanztransaktion sind von dieser Entwicklung auf anderen Ebenen bedroht: Was beim Wertpapiergeschäft die Börsen, sind bei Überweisungen die Banken. Die Blockchain hat das Potential, in der Finanzbranche völlig neue Business-Ökosysteme mit neuen Gewinner und alten Verlierern entstehen zu lassen. 

Auch wenn die Banken das Ziel ausgegeben haben, USC schon 2018 auf den Markt zu bringen, sind einige Fragen noch ungeklärt: Neben der Frage der Belastungsgrenze der Blockchain-Technologie auch die, ob die Notenbanken, die dem Vorhaben noch zustimmen müssen, die neue Kryptowährung überhaupt zulassen. Um eine Privatisierung der Währungspolitik mit vielen Parallelwährungen zu vermeiden, soll für die Transaktionen Bargeld bei den Zentralbanken hinterlegt werden.

Wenn Sie mehr über die Blockchain erfahren wollen, lesen Sie auch das Whitepaper von Andreas Neef.

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Sprechen Sie mit Christian Grünwald, wenn Sie mehr über die Zukunft von Kryptowährungen erfahren wollen.

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