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Nachhaltigkeit

Szenarien für eine ressourcenleichte Gesellschaft

Was rettet unseren Planeten: freiwillige Genügsamkeit oder verordnete Mäßigung? Z_punkt entwickelt derzeit gemeinsam mit Projektpartnern positive und attraktive Szenarien für einen Ressourcen schonenden Lebensstil. Auf zwei hochkarätigen internationalen Nachhaltigkeitskonferenzen wurden erste Projektergebnisse präsentiert.

24.10.2015

Wie können wir es schaffen, in unserer Gesellschaft einen Lebensstil zu etablieren, der die Ressourcengrenzen unseres Planeten genügend berücksichtigt? Technische und wirtschaftliche Ideen existieren viele – diese greifen jedoch zu kurz, denn um einen Wandel in den Köpfen zu vollziehen und Alltagsroutinen zu durchbrechen, brauchen wir positive und attraktive gesellschaftliche Visionen. Soweit die Kernidee des Projekts "Erfolgsbedingungen für Leitbilder und Systemsprünge einer ressourcenleichten Gesellschaft", das Z_punkt derzeit gemeinsam mit dem Wuppertal Institut und sociodimensions für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie das Umweltbundesamt durchführt.

Die im ersten Projektschritt entstandenen fünf Szenarien haben Dr. Maria Schnurr von Z_punkt auf dem Social Innovation and Global Ethics Forum (SIGEF) in Genf und Katrin Bienge vom Wuppertal Institut auf dem World Resources Forum in Davos präsentiert.

Insgesamt handelt es sich um konstruktiv-positive Visionen, die dennoch radikal sind. Eine kurze Zusammenfassung der Szenarien und die beiden Präsentationen stellen wir hier als Nachlese Verfügung.



1 – Genossenschaftliche Regionalität

Kooperation, Gemeinwohlorientierung und Fairness – die Grundideen von Genossenschaften – haben sich zu tragenden Säulen von Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Produktion und Konsum werden stark regionalisiert, was durch höhere Abgaben für Transport und Mobilität vorangetrieben wird. Konsumenten setzen auf Nutzen statt Besitzen, und Bürger erwarten eine maximale Einbeziehung in politische Entscheidungen und kommunale Gestaltung.

2 – Wirtschaftsfreundliche Ökologisierung

Eine konsequent auf Ressourcenschonung ausgerichtete Green Economy, gepaart mit einer hohen technologischen Innovationsdynamik – das ist die Grundlage dieser Gesellschaft. Auf Konsumentenseite setzt sich ein an Genuss und Qualität orientierter Lebensstil durch, was Hersteller motiviert, Produkte hochwertig und langlebig zu gestalten. Die Legislative tritt moderat als steuernde Instanz auf, allerdings mit gestärktem Parlament.

3 – Verordnete Mäßigung

Die deutsche Gesellschaft hat sich auf die stufenweise Einführung eines BürgerRessourcenBudget (BRB) geeinigt. Bei Herstellern und Dienstleistern entsteht so ein intensiver Innovationswettbewerb um einen möglichst niedrigen Ressourcenverbrauch; Bürger erweitern ihr Konsumverhalten um vielfältige Strategien, mit denen sie ihr Budget „strecken“ können, z.B. Tauschen, Teilen und Wiederverwertung. Die Beteiligung an politischen Prozessen ist relativ niedrig, stattdessen vertrauen Bürger auf die Entscheidungsfähigkeit der politischen Führung.

4 – Freiwillige Genügsamkeit

Weite Teile der Gesellschaft üben sich in bewusster und freiwilliger Konsumvereinfachung und Konsumverzicht. Ressourceninanspruchnahme wird stärker besteuert, menschliche Arbeitsleistung hingegen weniger. Die so generierten Einnahmen des Staatshaushalts werden für die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens verwendet. In der Folge verfügen die Bürger über mehr Zeit für ressourcenschonende Aktivitäten, aber auch für mehr Sinnstiftung in Beruf und Freizeit. Bürger, NGOs und Unternehmer werden von der Politik als proaktive Gestalter einer zukunftsfähigen, ressourcenleichten Gesellschaft und Wirtschaft intensiv in politische Entscheidungsprozesse mit einbezogen.

5 – Aufgeklärter Globalismus

Im Zuge einer post-modernen Aufklärungswelle werden wesentliche Teile von Gesellschaft und Wirtschaft dematerialisiert. So kommt es zu einem spürbaren Rückbau der industriellen Basis in Deutschland, dem eine Aufwertung der unendlichen Ressource „Wissen“ gegenübersteht. In der Folge werden immer weniger Produkte in Deutschland produziert; die steigenden Importe unterliegen allerdings strikten Ressourcenschonungsauflagen. Postmaterieller Konsum verändert Statuszuschreibungen und Nachfragemuster; in der Arbeitswelt nehmen sinnstiftende Tätigkeiten und Selbstbestimmung stärker nachgefragt. Gleiches gilt für politische Entscheidungsprozesse, die aufgeklärte Bürger selbstbewusst mitgestalten.

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