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Landwirtschaft

Food Computer für die urbane Landwirtschaft

Urban Gardening erfreut sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Kommunen von Detroit bis Johannesburg sehen in der Umwidmung ungenutzter Flächen – ob brachliegende Grundstücke, Seitenstreifen oder Flachdächer – eine Gelegenheit zur Aufwertung von Stadtteilen, zur Stärkung des kommunalen Zusammenhalts und zur Sicherung von Beschäftigung. Dabei werden mit Aqua- und Aeroponics zunehmend erdlose und platzsparende Anbauverfahren genutzt.

23.01.2018

Digitale Lösungen sind in der Landwirtschaft seit Jahren im großen Stil im Einsatz – von High-Tech-Traktoren für das Precision Farming bis zu automatisierten Vertical Farms. Jetzt rücken ihre Vorteile auch für das kleinteiligere „Urban Farming“ in den Fokus. So erforscht die Open Agriculture (OpenAg) Initiative des MIT, wie sich vernetzte Sensorik und Beleuchtung in Micro-Gewächshäusern nutzen ließe. In einem integrierten System werden die unterschiedlichen Temperaturzonen von der Wurzel bis zur Spitze der Pflanze erfasst, ebenso Feuchtigkeit, pH-Werte und Nährstoffsättigung. Die Initiative spricht von einem „Personal Food Computer“. Man könnte es auch als Vertical-Farming für den Küchentisch bezeichnen. Die Kosten für den aktuellen Prototyp liegen bei ca. 1.000 US-Dollar, die Forscher hoffen jedoch auf eine weitere Kostenreduktion, so dass ein marktreifes Produkt im Bereich von USD 300 bis USD 500 zu haben sein könnte.

Die Expertise der OpenAg Initiative kommt auch in einem neuen Urban Agriculture Projekt in Singapur zum Einsatz: Ab Anfang 2018 soll in einem Gemeinschaftsprojekt von Universitäten und Forschungseinrichtungen in Singapur und dem MIT erforscht werden, wie smarte Anbaumethoden in Verbindung mit speziell gezüchteten Pflanzensorten zur Verbesserung der Nahrungsmittel- und Nährstoffversorgung in urbanen Räumen verwendet werden können. Dabei sollen Nano-Sensoren die biochemischen Zusammenhänge innerhalb der Pflanzen kontinuierlich messen – das war bisher noch nicht möglich. Auf diese Weise ließen sich sowohl Anbaumethoden als auch Pflanzen weiter verbessern. 

Die digitale Transformation der Landwirtschaft erreicht also zunehmend auch die Städte. Voraussichtlich wird es noch viele Jahre dauern, bis Dach- und Schrebergärten und nachbarschaftlich genutzte Parzellen mit High-Tech bewirtschaftet werden können. Doch angesichts der rasanten Entwicklung im Bereich vernetzter Sensorik, insbesondere auch mit Blick auf deren kostengünstige Verfügbarkeit, könnte die Vision von smarten urbanen Mikro-Farmen in Ansätzen durchaus schon mittelfristig Wirklichkeit werden.

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Kai Jannek ist Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Zukunft der (urbanen) Landwirtschaft.

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