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IT und Finanzen

Ethereum löst das Versprechen von Bitcoin ein

Ethereum, eine Krypto-Währung, entwickelt vom 21-jährigen Vitalik Buterin und freigegeben für Software-Applikationen seit März, könnte die Versprechungen von Bitcoin einlösen und das volle Potenzial der Blockchain nutzen. Seit Januar ist der Wert eines Ethers von einem Dollar auf 13 Dollar gestiegen.

01.06.2016

Das globale Ethereum-Netzwerk hat mit 6.630 Knotenpunkten das 5.604 Nodes starke Bitcoin Netzwerk Mitte Mai überholt. Bitcoins Anspruch war und ist es, die großen Ineffizienzen im Bankensystem zu lösen: Die Krypto-Währung verkürzte die Dauer für Überweisungen von Tagen auf Millisekunden, reduziert Transaktionsgebühren auf ein Minimum und öffnet durch “Borderless Banking” das immense Marktpotenzial weniger entwickelter Länder.

Wie Bitcoin kann auch Ethereum Transaktion optimieren, doch hat es das Potenzial, jeden Bereich zu revolutionieren, der vertraglich geregelt werden kann – von Geldtransfers, Testamenten und Versicherungen bis hin zu Wahlen. Ermöglicht wird dies durch so genannte „Smart Contracts“, bei denen Ethereum als Zwischenspieler zweier Vertragsparteien fungiert und eine Ware solange einbehält, bis beide Parteien ihren Teil des Vertrages erfüllt haben. Anders als Bitcoin ist Ethereum also keine bloße Währung, sondern basiert auf einem Protokoll, das alle Aktionen als Vertrag abschließt.

Die Anwendungsbeispiele von Ethereum sind breit gefächert. Die Prediction-Plattform Augur zum Beispiel behält den Einsatz zweier Fans so lange ein, bis zuverlässige Quellen den Spielstand bekanntgeben, und transferiert dann den Einsatz (z.B. in der Währung Ether) automatisch auf das Konto des Gewinners. Slock.it benutzt Ethereum für das Öffnen und Schließen von Schlössern. Sind bestimmte Konditionen zwischen zwei Parteien vertraglich erfüllt, wird ein elektronischer Schlüssel automatisch von einer Partei (Lockmaster) an die andere (Keyholder) gegeben, die damit das gewünschte Schloss öffnen kann, z.B. eines Hauses. Wenn Eigentümer ihre Wohnung unter bestimmten vertraglichen Bedingungen direkt sicher an andere Benutzer weitervermieten können, würde dies Dienstleister wie Airbnb aus dem Spiel nehmen, die genau diese Funktion übernehmen. Am bekanntesten dürfte das Ride-sharing Startup ArcadeCity sein, das im März als Reaktion auf die plötzlichen Preiskürzungen bei Uber und Lyft startete. Es ermöglicht Fahrern, den Preis ihrer Fahrt selbst festzulegen und sogar zusätzliche Services wie Paketzustellungen anzubieten. Smart Contracts kreieren mit Ethereum so eine unendliche Anzahl individueller Services. Schon jetzt wird ArcadeCity der „Uber Killer“ genannt. 

Die radikale Dezentralisierung sämtlicher Vertragsfelder durch Plattformen wie Ethereum hat ironisches Potenzial: Uber und Airbnb, die einst Taxiunternehmen und Mietunternehmen ausschalteten, könnten in Zukunft selbst ersetzt werden – durch ein noch dezentraleres System, das ohne vertragssichernde Zwischeninstanzen auskommt.

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