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Logistik

Drohnen-Logistik für entlegenste Gebiete

Drohnen sind aus der Zukunft der Logistik nicht mehr wegzudenken. Während die Hürden für den Einsatz in urbanen Räumen derzeit noch zu hoch sind und es möglicherweise auch auf absehbare Zeit bleiben werden, sind Drohnen für Lieferungen in entlegene Gebiete geradezu prädestiniert.

27.05.2017

Da überrascht es nicht, dass die Zahl an Pilotversuchen, Prototypen und funktionierenden Projekten rasant steigt.

  • Nehmen wir das Beispiel Zipline in Ruanda: Hier werden Drohnen dafür genutzt, um die Versorgung mit Medikamenten im ländlichen Raum stabil und zuverlässig zu organisieren. Die Zipline-Drohnen starten von einem regionalen Medikamentenlager, erreichen mit hoher Geschwindigkeit Krankenhäuser und -stationen in entlegenen Gebieten, werfen vor Ort im Tiefflug die Lieferung als Fallschirm-gebremstes Paket ab und kehren dann zur Basis zurück, wo sie für die nächste Lieferung vorbereitet werden. Ärzte können Lieferungen per SMS bestellen. Die Zipline-Drohnen fliegen derzeit 21 Gesundheitszentren im Land an, insgesamt 150 mal am Tag.
  • Mit Blick auf die Notversorgung nach Naturkatastrophen untersucht das Entwicklungsprojekt Pouncer den Einsatz von One-Use-Drohnen. Heute werden Hilfsgüter über schwer zugänglichen Gebieten häufig aus großer Höhe abgeworfen. Dadurch kommt zu hohen Streuverlusten. Die Pouncer-Drohne, derzeit noch in Entwicklung befindlich, soll die Hilfsmaterialien hingegen mit höherer Präzision in Krisengebiete liefern. Die Drohne ist für den Lebensmitteltransport optimiert und soll bis zu 100 kg über eine Strecke von 30 km transportieren können. Die Verkleidung kann für den Bau von provisorischen Unterkünften und das Strukturmaterial aus Holz als Brennmaterial verwendet werden.
  • Ein Forschungsprojekt des US-Militärs geht noch einen Schritt weiter und arbeitet an der Entwicklung von One-Use-Drohnen aus Papier und Pappe, die ganz ohne eigenen Motor auskommen sollen. Die unter dem Projektnamen ICARUS („Inbound, Controlled, Air-Releasable, Unrecoverable Systems“) entwickelten Drohnen sollen aus der Luft gestartet werden und ein vorprogrammiertes Ziel mit hoher Genauigkeit anfliegen können. Um den Einfluss auf die Umwelt noch weiter zu reduzieren, werden auch natürlich abbaubare Materialien auf Pilzbasis für den Bau der Drohne untersucht.

Drohnen werden künftig in vielfältigsten Arten und Formen vorkommen. Ob Notversorgung oder Dauereinsatz im Logistiknetz: Angepasst an Einsatzzweck und -ort werden Drohnen viele heute bestehende Logistikherausforderungen in schwer zugänglichen Gebieten besser begegnen oder sogar lösen können.

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Cornelius Patscha ist Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Zukunft der Logistik.

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