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Das Internet aus dem All ist zum Greifen nah

Verschiedene Initiativen wollen die Erde vom All aus mit dem Internet versorgen. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung würde davon profitieren.

14.12.2016

Kaum eine Technologie hat die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren oder unseren Alltag organisieren so grundlegend verändert wie das Internet. Vor allem aber steht das Internet für einfachen und permanenten Zugang zu Wissen, Bildung und medizinischer Grundversorgung. In ländlichen Regionen Indiens etwa, wo es erheblich an Ärzten mangelt, bieten Internetcafés einmal wöchentlich Live-Schaltungen für Online-Sprechstunden mit Ärzten an (auch wenn die  Verbindung mit Bild und Ton oftmals mehr schlecht als recht ist).  

Aus vier Computer in vier Forschungseinrichtungen in den USA, die schon 1969 über das sogenannte ARPANET miteinander verbunden waren, ist ein weltumspannendes Netzwerk aus Milliarden von Geräten geworden, das die Welt umspannt wie ein weit verzweigtes Pilzgeflecht. So unterschiedlich wie die fadenförmigen Hyphen von Pilzen aussehen, so verschiedenartig sind auch die Verbindungen zum Internet: mal über Kabel, mal über Mobilfunk, mal über WLAN-Hotspots. Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Latenz der Verbindungen klaffen teils erheblich auseinander. Und dann gibt es nach wie vor Flecken auf der Erde, wo es überhaupt keinen Zugang zum Internet gibt oder er schlichtweg zu teuer ist (in Afrika und Asien übersteigen die monatlichen Zugangskosten das Einkommen vieler Menschen bei weitem). 

Initiativen gibt es viele, die sich diesen Problemen annehmen wollen. Das bekannteste ist wohl Googles Project Loon. Die Idee: Mittels gasgefüllter Ballons in der Stratosphäre soll Internet in 4G-GEschwindigkeit auch in die entlegensten Regionen der Welt verfügbar sein. Das Projekt konnte jüngst wichtige Fortschritte aufweisen. Mittels künstlicher Intelligenz können die Ballons nun ihre Position deutlich besser halten, indem unterschiedliche Luftströmungen vorausschauend genutzt werden. 100 Tage soll ein einzelner Ballon über der Region, die er mit Internet versorgen soll, voraussichtlich verweilen. 

Im wahrsten Sinne des Wortes höher hinaus geht die Vision von SpaceX, dem privaten Raumfahrtunternehmen, das Tesla-Gründer Elon Musk ins Leben gerufen hat: SpaceX soll zukünftig einmal Leben auf dem Mars ermöglichen. Bis es soweit ist, steht nun aber erst einmal die Erde auf dem Programm. Genau 4.225 Satelliten möchte SpaceX künftig in die Erdumlaufbahn schießen und mit Ihrer Hilfe Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit realisieren. In einer ersten Phase im Jahr 2019 sollen die ersten 800 Satelliten ins All gebracht werden. 

Sollte es tatsächlich zur Realisierung der Projekte kommen – rechtliche Hürden sollten ebensowenig unterschätzt werden wie die exorbitant hohen Umsetzungskosten — wären das gute Nachrichten. Rund 3,9 Milliarden Menschen müssen heute immer noch auf das Internet verzichten. Schnell und günstig – das sind die Versprechen von Google und SpaceX. Menschen in Indien müssten dann nicht mehr kilometerweit bis ins nächste Internetcafé laufen, um sich ärztlichen Rat zu holen. Sie könnten es dann von ihrem Zuhause aus tun. Mit Bild und mit Ton.

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Wenn Sie Fragen zur Zukunft der Informationstechnologie haben, wenden Sie sich an Sivert von Sildern.

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