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Chemie

Das Geld für Biomaterialien liegt auf der Straße

... bzw. im Bausektor. Ob Bodenbeläge aus Polymilchsäure als PVC-Ersatz, atmungsaktive Wände aus Pilzkulturen, Straßen, die zu hohem Anteil aus Lignin bestehen, oder ganze Gebäudeteile aus Seetang. Die Zeit der Monokulturen im Bausektor ist schon seit einiger Zeit vorbei. Fragen zum Gesundheitsrisiko eingesetzter Stoffe, zur Recyclingfähigkeit und zum ökologischen Fußabdruck eines Produkts gewinnen immer mehr an Bedeutung.

16.09.2016

Die größte Herausforderung bei der Nutzung biobasierter Materialien im Bausektor ist, dass viele der nachwachsenden Alternativen noch nicht für den Einsatz im großvolumigen Geschäft taugen. Entweder ist die Beschaffung des Rohmaterials in qualitativ gleichbleibender und stätiger Menge schwierig oder die Massenproduktion ist nicht kostendeckend. Gleichzeitig prognostizieren Analysten aber, dass bio-basierte Werkstoffe zukünftig bis zu 50% der fossilen Fein- und Spezialchemie ersetzen könnten.

Ein potenzieller Kandidat zur Lösung dieser Probleme ist Lignin, welches nun durch das EU-finanzierte Projekt "Bioforever" im Industriemaßstab zu Werkstoffen verarbeitet werden soll. In einem ersten Schritt sollen in Bioraffinerien nach dem Vorbild chemischer Verbundwerke Butanol und Ethanol hergestellt werden. Heute werden rund ein Viertel aller Kunststoffe im Bausektor eingesetzt. Schäume werden bisher ausschließlich auf Basis fossiler Quellen hergestellt. Lignin ist wegen seiner Klebeeigenschaften eine sehr gute Alternative. 

Nach Cellulose ist Lignin mit 30% der wichtigste polymere Bestandteil aller Pflanzen. Weltweit fallen jährlich ca. 50 Mio. Tonnen isolierter technischer Lignine in der Zellstoffproduktion an, wovon heute aber lediglich 2% stofflich genutzt werden. Ein riesiges Potenzial, denn die Ausgaben zur Modernisierung maroder Infrastrukturen übersteigt bis 2030 den Wert der heutigen, globalen Infrastruktur. Würde nur ein Bruchteil mit Lignin-basierten Werkstoffen ersetzt, hätten die bio-basierten Materialien ihren ersten Milliardenmarkt.

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Christian Rudolph steht Ihnen als Ansprechpartner für Fragen zur Zukunft der Chemie zur Verfügung.

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