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Energie

Brennendes Eis – Chinas Wild Card im globalen Energiepoker

Im Frühjahr dieses Jahres hatten China und Japan fast zeitgleich Erfolge in der Förderung von Methanhydraten vom Meeresgrund vermeldet. Jetzt scheint China ernst zu machen mit der neuen Energiequelle: im südchinesischen Meer sollen die Grundlagen für den kommerziellen Abbau des Rohstoffs gelegt werden.

11.09.2017

Der Umbau der Energieversorgung zählt zu den größten Herausforderungen, den der Aufstieg Chinas zur größten Volkswirtschaft der Welt mit sich bringt. Dabei geht es nicht nur darum, Kohlenutzung und Luftverschmutzung so schnell wie möglich zurückzufahren. Mindestens ebenso wichtig ist den Regierenden die Sicherstellung der Versorgungssicherheit durch die Erschließung möglichst vieler heimischer Energiequellen.

Auf diesem Weg möchte China nun einen weiteren Schritt gehen. Dazu haben das Rohstoffministerium, die staatliche Petrochina und die Provinz Guangdong kürzlich eine strategische Partnerschaft zum Abbau von Methanhydraten im Perlflussdelta abgeschlossen. Dabei handelt es sich um weiße, an Eis erinnernde Klumpen, die sich unter hohem Druck und bei niedrigen Temperaturen am Meeresgrund bilden und die aus Methan bestehen, das in „Käfigen“ aus Wassermolekülen gefangen ist. Hält man ein Feuerzeug daran, erhält man „Ice on Fire“. Die Energiedichte von Methanhydrat ist enorm, in einem Kubikmeter stecken bis zu 160 Kubikmeter Gas. Und die globalen Vorkommen sind nach Schätzungen von Forschern doppelt so hoch wie die von Kohle, Öl und Erdgas zusammengenommen. Gelingt den Chinesen also die kommerzielle Erschließung, wäre das Land auf Generationen hin von Importen unabhängig.

Allerdings müssen sich die Chinesen noch etwas gedulden. Selbst Wang Dongjin, Chef von Petrochina, rechnet mit einem kommerziellen Abbau erst ab 2030. Für Umwelt und Klima ist das vermutlich eine gute Nachricht: die Förderung würde einen der letzten unangetasteten Lebensräume in großem Stil zerstören, und das kaum zu verhindernde Entweichen von Methan würde die Klimabilanz verhageln, trotz einer potentiellen Verdrängung von Kohleenergie, denn Methan ist als Klimagas rund 25-mal so schädlich wie CO2. Nicht zuletzt birgt die Ausbeutung von Methanhydraten im südchinesischen Meer große geopolitische Risiken: Gleich mehrere Staaten in der spannungsgeladenen Region melden Besitzansprüche an.

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