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Handel & Konsumgüter

Big Data statt Bauchgefühl

Dröge Statistik und hippe Modetrends – passt das zusammen? Auf den zweiten Blick schon. Der Einsatz von Big-Data-Tools könnte zum Game Changer der Modeindustrie und anderen Handelsbranchen werden. Das Bauchgefühl bei strategischen Entscheidungen wird sich in Zukunft stärker rechtfertigen müssen.

21.09.2015

Der Erfolg neuer Modekollektionen hängt vom passenden Design, den passenden Farben, Schnitten und Größen ab. Passt eine Kollektion nicht in die gewünschten Muster, findet sie wenig Nachfrage, Lagerbestände müssen zu hohen Rabatten geräumt werden. Der Bedarf nach treffsicheren Prognosen für die richtigen Produktionsmengen ist daher groß. Bisher wurden solche Prognosen in der Modeindustrie vorwiegend auf Basis qualitativer Erkenntnisse von Trendscouts und Branchenexperten und Tests mit Fokusgruppen entwickelt. Der Einsatz von Big Data wird hier zum „Game Changer“: Mit statistischen Methoden zur Gewinnung sinnhafter Aussagen aus großen Datenmengen können Modefirmen große Mengen von Kundenmeinungen und Verhaltensweisen sammeln und diese in zuvor nicht dagewesener Tiefe und Detailschärfe erschließen.

Auf diese Weise lassen sich mehr Erkenntnisse gewinnen als durch die Analyse vergangener Vertriebsdaten oder Fokusgruppenstudien. Ein Beispiel: Die Stimmungsanalyse wertet individuelle Aussagen in sozialen Medien aus und identifiziert so Kundenpräferenzen – die dann wiederum für Prognosen verwendet werden. In Summe gewinnen Big-Data-Ansätze somit Informationen für Designprozesse genauso wie für Vertrieb und Supply Chain Management. So tritt in der Modebranche die Statistik neben das kreative Element.

Ob in der Modeindustrie oder anderen Retailbranchen, Big Data beeinflusst immer größere Teile der betrieblichen Entscheidungsprozesse und wird dies in immer stärkeren Maße tun. Strategische Entscheidungen und Innovationsaktivitäten werden in Zukunft vermehrt auf Big Data als Inputgeber vertrauen (müssen). Inwieweit werden dadurch bisherige Experteneinschätzungen ersetzt? Wir denken, das „Bauchgefühl“ muss sich in Zukunft immer stärker rechtfertigen. Big Data bietet dafür die Möglichkeiten. Doch Datenverfügbarkeit allein ist nicht alles, erst die Umwandlung zu „Smart Data“ ermöglicht die Unterstützung von Entscheidungen – und die können in letzter Instanz nur durch den Menschen als „Meta-Verantwortlichen“ geprägt sein.

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Ihr Ansprechpartner für Big Data Trends im Handel ist Cornelius Patscha.

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