Menu
Mobilität

Autoteilen 2.0: Blockchain und autonomes Fahren

Neue Technologien wie autonomes Fahren und die Blockchain könnten den Markt der Plattform-Monopolisten für die Mobilität auf Abruf völlig neu gestalten. On-demand-Angebote wie Carsharing, Taxi, Shuttle-Busse oder Ridehailing à la Uber und Lyft versprechen ihren Nutzern schon heute größtmögliche Flexibilität.

14.12.2016

Wenn das autonome Auto die Straßen erobert hat, sind zwei Veränderungen zentral: Zum einen wird Fahrzeit zu frei gestaltbarer Zeit, und On-demand-Mobilität wird komfortabler denn je. Zum anderen entfällt für die zahlreichen Plattformanbieter wie Uber & Co durch die Automatisierung ein Kostenfaktor – und die heutigen Fahrer kostet diese Entwicklung den Arbeitsplatz. Die Blockchain-Technologie könnte in Zukunft allerdings „echtes“ Sharing zwischen Privatpersonen ohne zwischengeschaltete Intermediäre einfach und attraktiv machen. Das in Israel entstandene und dezentralisiert auf der Blockchain basierende soziale Ridesharing Projekt „LaZooz“ soll nach dem „proof of movement“-Prinzip agieren und seinen Fahrern bei nachgewiesener Bewegung Tokens gutschreiben, die wiederum fürs Mitfahren eingelöst werden können. Der amerikanische Ridesharing-Mitbewerber „Arcade City“ stellt seinen Fahrern frei, welchen Preis sie für ihre Fahrdienste ansetzen; das Unternehmen hat erst kürzlich eine Finanzierungsrunde über den Verkauf von Blockchain-Tokens abgeschlossen.

Taxifahrer könnten dank dezentraler Blockchain-App zum Flottenmanager werden und einen Mini-Fuhrpark – natürlich zu besonderen Sharing-Konditionen der Automobilbranche geleast – für sich fahren lassen. Selbst im Schadensfall ist alles schnell geregelt: Sensoren und intelligente Software im Fahrzeug erfassen im Bruchteil von Sekunden einen Unfallhergang und rufen direkt den „Smart Contract“ mit dem zuständigen Versicherer via Blockchain auf; nach wenigen Minuten ist die Schadensabwicklung abgeschlossen, und ein nur leicht beschädigtes Auto fährt sich sogar selbst zur Werkstatt. In diesem Szenario würden Plattformanbieter überflüssig, die Blockchain bringt Autobesitzer und Fahrgast, also Angebot und Nachfrage zusammen und schafft durch ihre einzigartige Architektur Vertrauen zwischen den Vertragsparteien.

Die Entwicklung hin zum Autoteilen 2.0 ist abhängig von zahlreichen Variablen wie dem technischen Fortschritt und sozialen Innovationen. Die alten Mittelsmänner der Mobilität auf Abruf würden ihre marktbeherrschende Position verlieren. On-demand-Services könnten sich auch nicht mehr über die Frage „Selber fahren oder chauffiert werden?“ differenzieren. Größe, Art und Ausstattung der zur Verfügung gestellten Fahrzeuge und die Möglichkeiten diese mit anderen Mitfahrern bspw. auf dem Weg zur Arbeit zu teilen (9-Sitzer inkl. Mini-Büro – oder lieber eine Ruhekapsel?) schaffen die nötige Variation für multimodale Nutzer. Diese autonome Mobilität auf Abruf wäre in der Lage, einige der heutigen Probleme zu lösen – innerstädtische Parkplätze würden nahezu überflüssig und es entstünde eine Alternative zu kostspieligen Linienverkehren in ländlichen Gebieten. Autoteilen 2.0 könnte somit eine ernstzunehmende Spielart der Blockchain-Geschäftslogik werden und den Weg in ein entmonopolisiertes Post-Plattform-Zeitalter ebnen.

Weitere News

Standpunkt

KI und Nachhaltigkeit: Ein neues strategisches Handlungsfeld

Nach welchen Regeln sollen KI-Anwendungen zukünftig entwickelt werden?

26.04.2019
Weiter lesen
CONTENT FORESIGHT

Z_punkt ist Partner der kreativen Medienzukunft

Wie werden wir Medieninhalte in Zukunft aufnehmen?

26.04.2019
Weiter lesen
SCIENCE-FICTION-KOLUMNE

Elefanten mit Fernbedienung

Kai Janneks Zukunftstagebuch zur Natur im Jahre 2050

26.04.2019
Weiter lesen
CHINA

Innovation braucht Freiheit des Denkens

Gefährdet China den eigenen Aufstieg zur Wissensnation?

23.04.2018
Weiter lesen
Science-Fiction-Kolumne

Paradoxien der Künstlichen Intelligenz

Ein Schachturnier der Zukunft und die Angst vor der Künstlichen Intelligenz.

23.04.2018
Weiter lesen

Sivert von Saldern ist Ihr Ansprechpartner für Ihre Fragen zur Zukunft der Mobilität.

Sivert von Saldern kontaktieren

Newsletter

News von Z_punkt regelmäßig in Ihrem Postfach. Jetzt abonnieren.

Ok