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Mobilität

Tesla führt Upgrade-Logik im Automobilsektor ein

Nach 6,2 Jahren und 77.000 km – den Eckdaten eines durchschnittlichen Gebrauchtwagens – ist es für deutsche Autobesitzer meist Zeit für ein neues Fahrzeug. Nicht, weil das alte nicht mehr ordentlich fährt, sondern um endlich wieder auf dem Stand der neuesten Technik zu sein. Beim Elektroauto Tesla genügt künftig ein Knopfdruck, ein Software-Update bringt dann das Fahrzeug wieder auf das aktuelle technische Niveau.

11.11.2015

Im Oktober brachte der amerikanische Innovationspionier Tesla für das Model S eine Autopilot-Funktion per Software-Update auf den Markt. 2.500 Dollar kosten Spurwechselassistent und Distance Control. Diese Fahrerassistenzsysteme sind eine Vorstufe zum autonomen Fahren und machen Fahren im dichten Verkehr schon jetzt entspannter. Der Clou: Die Software lernt, während sie genutzt wird. Die Aktivitätsdaten werden direkt an Tesla weiter geleitet und zur kontinuierlichen Verbesserung der Assistenzsysteme verwendet.



Natürlich waren die Fahrzeuge bereits mit der benötigten Hardware wie Radar- und Ultraschall-Sensoren ausgestattet. Diese konnten bisher aber nur zur Seitenaufprallwarnung eingesetzt werden. In der Zwischenzeit tüftelten die Tesla-Ingenieure an weiteren Einsatzgebieten für die eingebauten Sensoren und brachten die Funktionen einfach als Update heraus. Die Kunden diskutieren schon jetzt, was das nächste Update mit sich bringen wird.

Auf diese Weise entsteht eine völlig neue Situation beim Kauf und der Kunde kann davon ausgehen, dass sein Fahrzeug ständig an den Stand der Technik angepasst wird. Denkt man das ganze weiter, dann würden temporäre Updates noch mehr Flexibilität bieten: Für eine Urlaubsfahrt buche ich mir Assistenzsysteme, die hauptsächlich auf der Autobahn zum Einsatz kommen. Wenn der Sohn oder die Tochter mit dem neuen Führerschein in der Tasche nach Hause kommt, bestelle ich eine Geschwindigkeitsdrosselung auf Zeit.

Auch die Wertentwicklung eines Fahrzeugs wird durch die Updatemöglichkeit beeinflusst. Die Hardware wäre zwar immer noch der Hauptfaktor bei der Bestimmung des Fahrzeugwertes, aber Software-Potenziale könnten in Wertverfall oder -steigerung von Autos zukünftig mit einberechnet werden.

Setzt sich die Upgrade-Logik durch, wird man sie auch in anderen Produktbereichen antreffen. Ein naheliegendes Einsatzfeld ist das Smart Home: Dort könnten sich Bewohner für verschiedene Funktionsbereiche – Energie, Sicherheit, Medien –Pakete oder App-Anwendungen herunterladen. Ein temporärer Upgrade wäre zum Beispiel sinnvoll als erweitertes Sicherheitspaket für die Urlaubszeit oder zusätzliche Energiespar-Hilfen in der kalten Jahreszeit.

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Bei Fragen zur Zukunft der Mobilität steht Ihnen Sivert von Saldern gerne zur Verfügung.

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