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Technologie und Maschinenbau

Paradigmenwechsel im industriellen 3D-Druck?

Weniger als 2.500€ für einen 3D-Drucker, der vollautomatisch verschiedene Materialien und elektronische Leiterbahnen druckt? Das nächste Handy kurzerhand selber zuhause drucken – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Ist es leider auch. Das Berliner Startup Next Dynamics sammelte noch im Januar für besagten 3D-Drucker Geld mittels Crowdfunding. Nach Betrugsvorwürfen hat die Crowdfunding-Plattform Kickstarter die Kampagne nun beendet.

06.03.2017

Zwar hat der 3D-Drucker es noch nicht in jeden Haushalt geschafft, dafür aber in der Industrie Fuß gefasst. In der Produktentwicklung kommen Prototypen heute aus dem 3D-Drucker, im Automotive-Bereich werden Ersatzteile und Werkzeuge 3D-gefertigt, und die Luft- und Raumfahrt-Industrie fertigt ganze Turbinenkomponenten additiv. 

Die größte Barriere im industriellen Kontext bleibt dabei die Zeit. Komplexe Komponenten brauchen nicht selten mehr als 24 Stunden, um vollständig 3D gedruckt zu werden. Hinzu kommen eine digitale Vorbereitung von CAD-Dateien und häufig ein manuelles Finishing der Druckergebnisse. 

Mit einem neuen Ansatz versucht 3D Systems nun den Paradigmenwechsel hin zur industriellen Massenfertigung mit 3D-Druckern. Das in Carolina (USA) ansässige Unternehmen 3D Systems ist nicht nur einer der Weltmarktführer für die Herstellung von 3D-Druckern, sondern beheimatet auch den Erfinder der Stereolithographie (Stichwort: Rapid Manufacturing) Chuck Hull, heute CTO des Unternehmens. 

3D Systems entwickelt eine modulare 3D-Druck-Fließbandsanlage, die in ihrer Funktion einem Tintenstrahldrucker mit mehreren Druckköpfen ähnelt. Statt eines stationären Druckbetts und sich bewegenden Druckköpfen, wandert hier das Produkt über ein Fließband von Druckkopf zu Druckkopf und ermöglicht so eine Linienfertigung mit Losgröße 1, die 50x schneller fertigen soll als heutige Industrie-3D-Drucker. 

Gelingt die Entwicklung hin zur Marktreife ermöglicht dies die Einbettung von 3D-Druck in konventionelle Anlagen- und Maschinenparks und damit hin zur industriellen Massenfertigung von 3D-Produkten. Vielleicht ist und bleibt die Herstellung der meisten Alltagsprodukte aus Kunststoff und Metall vorerst also Unternehmen vorbehalten und der Thermomix bekommt keine Gesellschaft.

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