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Studie

Arbeits- und Lebensperspektiven in Deutschland

Wie können Arbeits- und Lebensperspektiven in Deutschland künftig aussehen? Eine Expertenkommission der Bertelsmann Stiftung hat sich rund zwei Jahre lang mit diesen Fragen beschäftigt. Wir haben die Kommission inhaltlich und methodisch begleitet. Der Ergebnisbericht ist jetzt online.

08.10.2015

Heute müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden, dann hat unsere Gesellschaft eine Chance, nicht von sozialer Spaltung überfordert zu werden, sondern inspirierende Arbeits- und Lebensformen für alle zu bieten. Die Expertenkommission der Bertelsmann Stiftung hat unter der Moderation von Z_punkt drei Pfade der Veränderung beschrieben:

 

1. Flexibilität

Für ein neues Verständnis von Arbeit

Die Arbeitswelt verändert sich. Immer mehr Menschen haben komplexe Erwerbsbiografien. Flexibilisierungsanforderungen nehmen zu, sowohl von Seiten der Unternehmen als auch der Erwerbstätigen. Doch viele Strukturen, von Sozialversicherung bis Rente, sind weiterhin auf ein lineares Normalarbeitsverhältnis und ununterbrochene sozialversicherungspflichtige  Beschäftigung zugeschnitten. Und eine zeitlich und örtlich hochflexible Berufstätigkeit ist derzeit nur schwer mit Familie oder Freundeskreis zu vereinbaren.

Mehr Flexibilität ist die Antwort. Neue Arbeitszeitmodelle, Teilzeit, Jobsharing, Umstellung des Rentensystems sind nur einige der Stichworte, die beschreiben, wie unsere Gesellschaft das Arbeitsleben in alle Richtungen flexibler gestalten kann. Wir benötigen eine auf einzelne Lebensphasen orientierte Betrachtung, die jede Form von Arbeit und Engagement mit einbezieht – unabhängig von der individuellen Erwerbsperspektive.

2. Solidarität

Für eine konsequente Weiterentwicklung der solidarischen Gesellschaft

Die Sozialversicherungssysteme geraten an ihre Grenzen, der Generationenvertrag funktioniert angesichts der demografischen Entwicklung nicht mehr wie gewohnt, das geteilte Krankenversicherungssystem führt zu Ungerechtigkeiten und das Modell der Arbeitslosenversicherung ist nicht auf die sich ändernden Erwerbsbiografien eingestellt. Kleine Änderungen werden nicht reichen.

Die Kommission plädiert für neue Formen der Daseinsvorsorge, die beides beinhalten: mehr individuelle Vorsorge, aber auch Modelle im Sinne genossenschaftlicher Solidarität. Selbstorganisierte Unterstützungsnetzwerke, wie etwa Seniorengenossenschaften, können durch kreative Lösungen einen Teil der erwarteten Versorgungslücke im Alter auffangen.

 

3. Bildung

Für eine Weiterentwicklung der Bildung zur Befähigung

Zukünftige Tätigkeitsfelder ändern sich schneller als heute, neue Berufsbilder entstehen und verschwinden wieder. Die Kommission zieht daraus den Schluss: „Menschen müssen viel stärker befähigt werden, Wissen außerhalb von Bildungsinstitutionen eigenständig zu erwerben, es zu reflektieren und  auch anzuwenden.” Schule und spätere Ausbildung sollte die Menschen befähigen, eigenständig Wissen zu erwerben. Bildungseinrichtungen sollten Persönlichkeitsbildung, Eigenverantwortung, unternehmerisches Denken und Innovationskraft fördern.

Der 82-seitige Bericht dokumentiert die Ergebnisse und Lösungsansätze umfangreich. Er steht als PDF-Download zur Verfügung.

Download - Ergebnispapier

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